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#LMZ004, 22.08.23: Jürgen Wiebicke in Brakel

Events, Impulse, Netzwerk

Am 22. August 2023 haben wir unser erstes Event außerhalb des Bildschirms veranstaltet. Diesmal im Fokus: Demokratie (und wie sie zu retten ist). Wir bedanken uns herzlich bei Referent Jürgen Wiebicke!

Auch allen Teilnehmer:innen vor Ort herzlichen Dank für den angeregten Austausch, der viele weitere Aspekte gestreift hat – und möglicherweise ja auch Geschichten des Gelingens inspiriert.

Das Gelernte haben Bernhard Eder und Christian Einsiedel in diesem Impuls zusammengefasst:

Orientierung

Wie retten wir die Demokratie? Vortragsabend mit Jürgen Wiebicke am 22.8.2023 in der Aula am Standort Brakel des Berufskollegs Kreis Höxter.

Fragestellung

Unsere Demokratie ist gefährdet – durch autoritäre populistische Kräfte, die zunehmende soziale Spaltung in arm und reich und durch den Rückzug ehemals aktiver Bürger:innen von politischer Mitgestaltung.

Demokratie ist kein Selbstläufer. Sie muss gelernt, gelebt und verteidigt werden. Von uns allen. Wie können wir ihre Substanz erhalten und sie lebendig gestalten, so dass sich wieder mehr Menschen dafür einsetzen und engagieren?

Fakten

Demokratie ist auf Freiheit ausgerichtet und gelingt daher nie durch Zwang. Sie gelingt aber auch nicht, wenn zu viel darüber gesprochen wird, was alles nicht gelingt und wer schuld ist. Sich selbst exklusiv auf der Seite der „Guten“ zu wähnen, bringt keine Verbesserung hervor.

Demokratie lebt vom Engagement, von der Partizipationsbereitschaft Vieler. Allen Unkenrufen zum Trotz („Ego-Gesellschaft“) gibt es dafür ein hohes Potenzial.

Erfahrungen

Hilfreich ist es, Geschichten des Gelingens zu sammeln und selbst zu schreiben. Nicht im stillen Kämmerlein, sondern in Begegnungen, aus denen gemeinsames Anpacken entsteht – oft mit der ästhetischen Motivation, Hässliches gemeinsam zu verschönern.

Menschen wollen sich engagieren, wissen aber oft nicht, wie. Wenn sie es tun, möchten sie in ihrem Engagement gesehen und gewürdigt werden. Ritualisierte Anerkennung und ihre gerechte Verteilung sind daher ebenso hilfreich wie Mechanismen der Erneuerung und Einladungen zu Teilhabe und Perspektivwechsel.

Daraus entsteht persönlich erlebte Selbstwirksamkeit, die zu weiterem zivilgesellschaftlichen Handeln motiviert. Die Einsicht „wenige können viel bewirken“ ist ein ebenso wichtiger Bestandteil wie die Mitwirkung im Parteiensystem der repräsentativen Demokratie, um unsere Freiheit zukunftsfest zu erhalten.

Gleichzeitig geht es ums zukunftsoffene Gestalten einer Welt, die sich rasant wandelt. Zu gelingender Demokratie trägt daher auch bei, situative Ratlosigkeit einzugestehen und von ihr ausgehend gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Nachlese